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Die Geschichte der Pfarrei Pretzfeld

1. Ursprung und Alter der Pfarrei

Die Entstehung des späteren Ortes Pretzfeld ist vermutlich auf die Ansiedlung einer Sippe aus dem germanischen Stamm der Thüringer im 6. Jh. zurückzuführen. Die Ursprünge der Erhebung dieses Ortes zu einer Pfarrei sind dann vielleicht schon in einem Befehl Karls des Großen aus dem Jahr 793 zu finden. Dieser beauftragte nämlich den Würzburger Bischof und die Grafen im Gebiet von Regnitz und Fränkischer Schweiz mit der Errichtung von 14 Taufkirchen zur Missionierung der hier ansässigen heidnischen Slawen. Wahrscheinlicher aber ist, dass man Pretzfeld als einen der Standorte von 12 Eigenkirchen annehmen kann, die im 9. Jh. zur Sicherung der Seelsorge von Würzburg aus gegründet wurden. Diese erhielten nach dem Würzburger Bistumspatron meist ein Kilianspatrozinium. Dieses Patrozinium hat sich wohl von diesen Anfängen her bis heute gehalten. Es bleibt festzuhalten, dass Pretzfeld auf jeden Fall schon in der Zeit vor der Bamberger Bistumsgründung (1007) zu einem eigenständigen kirchlichen Mittelpunkt wurde und damit zu den Urpfarreien in unserer Gegend gerechnet werden kann.

 2. Pretzfeld wird Mutterpfarrei

Im Jahre 1308 bedachte der Edelfreie Gottfried von Schlüsselberg das Gotteshaus Pretzfeld mit einer größeren Zuwendung. In dieser ist wohl auch der Grund zu finden, dass dessen Sohn Conrad von Schlüsselberg das Patronatsrecht über das Pretzfelder Gotteshaus übertragen erhielt. Nach dem Tod Conrads von Schlüsselberg kam Pretzfeld zunächst wieder zum Bistum Würzburg, bevor es 1390 herrschaftlich der Bamberger Kirche zugeordnet wurde (die Seelsorge, also z.B. die Einsetzung der Pfarrer, erfolgte schon seit 1007 von dort aus) Zu Pfarrei Pretzfeld gehörten zu dieser Zeit zeitweilig 39 Orte (unter anderem Ebermannstadt, Moggast)

 3. Die mittelalterliche Kirche als Wehrkirche

Da dem Kirchenwesen in Pretzfeld von Anfang an eine missionarische Aufgabe zugedacht war, ist zu vermuten, dass dieser vorgeschobene kirchliche Stützpunkt bedeutsam genug war, ein Gotteshaus aus massiven Steinmauern zu besitzen. Im 16. Jahrhundert ist dann darüber hinaus ein befestigter Kirchhof bezeugt, der als Zufluchtsort bei Gefahr diente.Nach archivarischen Unterlagen konnte Reinhold Glas die Länge und das Ausmaß der Anlage rekonstruieren. (Siehe Bild und Lageplan)

 4. Kirchturmeinsturz und Bau der jetzigen Kirche (1739-1761)

Im 18. Jh. bestand ein gotisches Gotteshaus mit einem niedrigen, gedrungenen Chorturm. Nachdem schon in den Jahren 1731-1732 Renovierungsarbeiten am Kirchengebäude durchgeführt worden waren, wurde 1738 die Erhöhung des Turmes in Angriff genommen. Als das Werk nahezu vollendet war, stürzte der Turm am 22. September 1739 in sich zusammen und zertrümmert das halbe Langhaus und weitere Teile der Kirche.Nach dieser Zerstörung wurde ein Kirchenneubau beschlossen und nach den Plänen des Architekten Johann Jakob Michael Küchel umgesetzt. Dabei wurden viele der nun barocken Formen Wiener Vorbildern nachempfunden.
1988/89 fand mit dem Einbau eines neuen, von Prof. Klaus Backmund entworfenen, Volksaltars eine groß angelegte Generalsanierung ihr Ende. Der Künstler verstand es dabei, meisterhaft einen künstlerischen Beitrag unserer Zeit in diese Barockkirche einzubringen. Es gilt als eine der gelungensten Anpassungen an die durch das II. Vatikanum neu gestaltete Liturgie im Bamberger Raum.

Die Pretzfelder Pfarrkirche mit ihrem modern ergänzten barocken Kirchenraum lohnt immer eines Besuchs zum Besichtigen und zum Innehalten. Dafür ist der Seiteneingang stets geöffnet. Weitere Informationen zur Geschichte und zur künstlerischen Ausgestaltung der Kirche sind unserem Kirchenführer zu entnehmen, der am Schriftenstand erhältlich ist.

Autor: Sebastian Zink, M.A. (Historiker)